Am 4.August explodierten in Beiruts Hafen 2750 Tonnen Ammoniumnitrat. 200 Menschen kamen dabei ums Leben. 300.000 Menschen wurden obdachlos und unzählige Menschen verloren ihre Arbeit. Die letzten Wochen waren für unsere Partner der armenisch-evangelischen Kirchen-UNION sehr schwierig. Sie hatten kaum Zeit zu trauern. Der Wiederaufbau beschädigter Kirchen, Schulen und Kindergärten musste so schnell wie möglich organisiert werden.

“Es war eine verheerende Explosion und es ist nicht übertrieben zu sagen: Seit diesem Tag sind wir nicht mehr die Selben. Von Grund auf haben sich Dinge für uns verändert.”, so Pfarrer Raffi Messerlian aus Beirut.

Umso ermutigender war es für unsere Partner aus Beirut zu sehen, dass die weltweite Hilfsbereitschaft groß ist und besonders aus Deutschland starke Unterstützung kam. Kirchen und Institutionen konnten wieder aufgebaut werden. Was für ein ermutigendes Zeichen!

“Wir beten das der Frieden im Libanon bleibt. Dass wir jetzt im Land sind, ist kein Zufall. Gerade jetzt in dieser Zeit wollen wir den Menschen helfen. Liebe Geschwister beim christlichen Hilfsbund, danke für Eure Fürsorge und danke für Eure Liebe. Gott segne Euch reichlich.” berichtet Jiro Ghazarian, Jugendpastor der armenisch-evangelischen Kirchen-UNION in Beirut.

Diesen Dank wollen wir gerne weitergeben an alle, die mit ihren Spenden und Gebeten geholfen haben, unsere Glaubensgeschwister im Libanon zu unterstützen.

Auf unserer Homepage sehen Sie die ganze Videobotschaft unserer Partner aus Beirut – mit deutschem Untertitel.

Die UNION der Armenisch-Evangelischen Kirchen im Nahen Osten hat ein Kommunique zum Krieg in Bergkarabach veröffentlicht, in dem sie ihre Partner und Christen in aller Welt dazu aufruft, mit ihr zu beten und sich für Frieden und Gerechtigkeit einzusetzen. Als Christlicher Hilfsbund im Orient e.V. teilen wir dieses Anliegen ausdrücklich und versichern unseren Partnern, mit unserem Gebet und unserem aktiven Einsatz weiter an ihrer Seite zu stehen.

Auf unserer Homepage finden Sie auch weiter Informationen über unser Engagement in der aktuellen Konflikt-Situation in Bergkarabach.

Aufruf zum Gebet!

Spendenprojekt: Flüchtlinge aus Berg-Karabach in Armenien

Statement zur Situation in Berg Karabach

Das Kommunique können Sie auch über unsere Homepage einsehen und herunterladen. Dazu: HIER KLICKEN!

Aufgrund der furchtbaren Kämpfe sind viele Menschen aus Berg-Karabach nach Armenien geflohen. Viele haben Schlimmes erlebt.

Unsere Partnerorganisation DIACONIA Charitable Fund kümmert sich an verschiedenen Stellen um solche Flüchtlinge. U.a. hat DIACONIA ihr Camp, in dem sonst Sommerfreizeiten für Kinder stattfinden, für Flüchtlinge geöffnet. Sie werden dort untergebracht und mit dem Nötigsten versorgt.

In unserer vierten Ausgabe in 2020 unseres Magazins “Impulse” gibt Baru Jambazian, Leiter unsere Partner-Organisation DIACONOA Charitable Fund, uns einen Einblick, wie er die gegenwärtige Situation in Armenien wahrnimmt. Wenn Sie den ganzen Artikel lesen möchten, können Sie die Impulse gerne über unser Homepage bestellen  Einen kleinen Auszug können Sie hier lesen.

“Die Menschen flüchten aus dem Kampfgebiet – auch zu Fuss durch Wälder. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung Arzachs (armenisch für Bergkarabach) ist auf der Flucht. Seit Wochen leben die Menschen in ihren Kellern und Schutzräumen – in Stephanakert und anderen Ortschaften Arzachs. Flüchtlinge werden überall untergebracht. In unserer freien Gemeinde „Jervesh“ sind alle Räume mit Feldbetten vollgestellt. Viele Kinder sind hier mit einigen wenigen Müttern und Senioren. Doch harren manche auch in Arzach aus. Ihre Kinder haben sie Freunden und Verwandten, auf den Weg nach Eriwan, mitgegeben. In der Gemeinde helfen alle mit, um die Flüchtlinge zu versorgen. Die Kinder sind traumatisiert. Sie sprechen nicht; sie essen nicht. Die Senioren sitzen pausenlos vor dem einzigen kleinen Fernseher. Jede neue Nachricht saugen sie begierig auf.”

Vom Hilfsbund aus unterstützen wir diese Flüchtlingshilfe von DIACONIA finanziell. Für weitere Spenden sind wir sehr dankbar!

Spendenzweck: Humanitäre Hilfe Armenien

Konto: Christl. Hilfsbund

IBAN: DE50 5206 0410 0004 1211 20
BIC: GENODEF1EK1 Ev. Bank Frankfurt

Da das Hilfsbund-Jahresfest in diesem Jahr ausfallen muss, laden wir alle Interessierten stattdessen dazu ein, sich am Sonntag, den 25. Oktober 2020, ab 10:00 einem Hilfsbund-Gottesdienst online anzuschauen. An diesem Sonntag ist Missionsleiter Andreas Baumann im Gottesdienst der Stadtmission Worms zu Gast und wird neben der Predigt in einem Interview auch Auskunft geben über die aktuelle Hilfsbundarbeit. Der Gottesdienst kann im YouTube-Kanal der Stadtmission Worms ab 10:00 Uhr live verfolgt (oder auch nachträglich noch angeschaut) werden:

Zum Youtube-Kanal der Stadtmission: Hier Klicken!

Herzliche Einladung!

 

 

Seit vergangener Woche gibt es erbitterte Kämpfe in der umstrittenen Region Bergkarabach. Der schon lange schwelende Konflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan ist nun wieder in voller Brutalität im Gange. Armenien wäre zu einem Waffenstillstand bereit. Aserbaidschan verweigert sich momentan offiziell jeglichen Gesprächen darüber. Wir teilen die Sorge unserer armenischen Partner, dass es in Berg Karabach zu ethnischen Säuberungen kommen könnte. In der letzten Woche hatten wir einen Aufruf zum Gebet für ein baldiges Ende des Blutvergießens im Südkaukasus veröffentlicht.

In dieser Woche verschickten wir ein Statement an einige Bundestagsabgeordnete, das Außenministerium und weitere Politikverantwortliche worin wir unsere Sorge um ein Fortdauern der verlustreichen Kämpfe und eine weitere Eskalation in diesem Konflikt mitteilen. Im Statement hieß es u.a.:

“Große Sorge bereitet uns auf diesem Hintergrund insbesondere die Positionierung des türkischen Präsidenten Erdogan, der mit seinen Äußerungen eine aserbaidschanische Aggression geradezu befeuert … Angesichts des Ernstes der Lage rufen wir alle Verantwortungs- und Mandatsträger in unserem Land dazu auf: Bitte schieben Sie den Konflikt nicht beiseite! Die Lage ist bedrohlich. Ein Flächenbrand jederzeit möglich. Werden Sie aktiv und nehmen Sie Ihre Einflussmöglichkeiten maximal wahr, um eine Katastrophe im Kaukasus abzuwenden!”

Das ganze Statement zu Karrabach können Sie hier lesen und herunterladen. Nutzen Sie auch die Gelegenheit es in Ihren Kreisen weiter zu verbreiten.

 

Mit großer Betroffenheit verfolgen wir die Entwicklungen im Südkaukasus und die Berichte über die schweren Kämpfe rund um die Region Berg-Karabach/Arzach. Die Nachrichten, die wir dazu von unseren Partnern aus Armenien erhalten, sind besorgniserregend. Sie sehen sich von allen Seiten bedroht und fürchten um die Existenz ihrer Nation. Mit ihnen teilen wir die Sorge um eine weitere Eskalation ( – gerade auch angesichts historischer Erfahrungen und angesichts der Haltung des türkischen Präsidenten, die den Konflikt befeuert). Wir rufen deshalb dringend zum Gebet um Frieden und ein baldiges Ende des Blutvergießens im Südkaukasus auf!

 

Gelinde gesagt waren die letzten Wochen für unsere Partner der armenisch-evangelischen Kirchen UNION in Beirut eine Herausforderung. Eine Katastrophe solchen Ausmaßes ist für den Libanon eine Zerreißprobe. Und dies verlangt unseren Partnern sehr viel ab.

Wir stehen in regelmäßigem Kontakt mit der Kirchenleitung in Beirut, insbesondere mit Dr. Paul Haidostian. Er ist Präsident der Haigazian Universität zu Beirut sowie Vorsitzender des Zentralkomitees der armenisch-evangelischen Kirchen-UNION des gesamten Nahen Ostens. Die Koordination zum Wiederaufbaues der zur UNION gehörenden Gebäude läuft über ihn.

Alle beschädigten Kirchen und Schulgebäude der Kirchen UNION werden momentan renoviert. Auch die Verwaltungsbüros der UNION sind durch die Detonation am 4.August schwer beschädigt worden. Es mussten zwei alte Wände eingerissen werden, die nicht mehr tragfähig waren.

“Eines unserer Ziele ist es die Schulen soweit fertig renoviert zu haben, dass sobald der hybride Unterricht los geht, wir in der Lage sind wieder Schüler in den Klassenzimmern zu unterrichten. Vermutlich werden die Renovierungsarbeiten im Viertel Aschrafiyya am längsten dauern. Bis wir aber auch die schöne Glasmalerei in unserer Gemeinde in Beiruts Viertel in Hamra ersetzt haben, wird es mindestens 6 Monate dauern.” , schrieb uns in den letzten Tagen Dr. Paul Haidostian

Bereits jetzt ist die humanitäre Not groß. Die wirtschaftliche Lage des Libanon desaströs. Lebensmittel sind knapp. Und die Wintermonate rücken in immer greifbarere Nähe. Viele Hilfegesuche von notleidenden Menschen erreichen Dr. Paul Haidostian.

“In den letzten Wochen hat das Sozial Komitee unserer Kirche sehr viele Anfrage von Menschen bekommen, die durch die Detonation in Not geraten sind, entweder wurde die Wohnung verwüstet oder sie haben ihren Arbeitsplatz verloren. Hinzu kommt, dass viele Gemeinden jetzt weniger Geld haben. Die sonntägliche Kollekte entfällt oder andere Abgaben wie der 10.Teil eines Einkommens…Jeden Tag hören wir von Familien, die eigentlich dem Mittelstand angehören, aber nun durch diese Katastrophe in eine prekäre wirtschaftliche Situation gerutscht sind – ja eigentlich vor dem wirtschaftlichen Aus stehen. Es bricht uns das Herz.”, berichtet uns Dr. Paul Haidostian in einer seiner letzten Mails.

Die sozialen Nöte werden in den nächsten Wochen und Monaten im Libanon weiterhin Thema sein. Wir wollen unseren Partnern der armenisch-evangelischen Kirche zur Seite stehen und ihnen auch in Zukunft bei Sozialen Nöten unter die Arme greifen.

Für weitere Spenden mit dem Verwendungszweck “Libanon” sind wir dankbar.

In der Bildergalerie sehen Sie die zur UNION gehörenden Gebäude und was dort gerade renoviert wird.


 

 

Ende letzter Woche erreichte uns eine erfreuliche Nachricht. Nanor Kelenjian-Akbasharian, Internatsleiterin, aus Anjar einem armenischen Dorf im Libanon schrieb uns, dass es für einige Internatskinder wieder möglich ist ins Internat zurückzukehren. Zu Beginn der Corona-Pandemie wurde das Internat bis auf Weiteres geschlossen. Das war im März diesen Jahres. Jetzt ist eine schrittweise Öffnung möglich. Die ersten Kinder sind schon wieder in Anjar eingetroffen.

Einen Auszug aus der Mail von Nanor Kelenjian-Akbasharian möchten wir Ihnen nicht vorenthalten:

„In den letzten Monaten besuchten wir (Ich, mein Mann Pfarrer Hagop und einige Mitarbeiter) die Internatsschüler und deren Familien in Beirut und Zahle. Wir wollten ihnen zeigen, dass wir sie nicht vergessen haben und wir uns weiterhin um sie kümmern. Ich bin froh und dankbar, dass wir in den ersten Monaten der Corona-Krise genügen Spenden sammeln konnten, um den Familien der Internatskinder Lebensmittelpakete und Hygieneartikel zur Verfügung zu stellen. Das Geld für die Patenkinder des Hilfsbundes konnten wir nutzen, um neben den Grundbedürfnissen der Familien diese auch mit medizinischer Hilfe zu versorgen. Am 4. August ereignete sich eine Explosion in Beiruts Hafen, die das ganze Land auf den Kopf stellte. Gemeinsam mit einer Gruppe von Jugendlichen und Mitarbeitern aus Anjar fuhren wir nach Beirut, um den betroffenen Familien zu helfen.

Vor kurzem gab das Bildungsministerium bekannt, dass das Schuljahr ab September wieder beginnen wird. Das Schuljahr wird sowohl online, als auch mit Präsenzunterricht in den Schulen stattfinden. Jede Klasse wird in zwei Gruppen unterteilt. Eine Gruppe wird im Klassenzimmer unterrichtet und die andere Gruppe wird sich zu Hause befinden und dem Unterricht online folgen. Die Gruppen werden sich abwechseln. Mal ist eine Gruppe zu Hause und die andere Gruppe im Klassenzimmer – und umgekehrt. Folgende Daten gab das Ministerium als Schulstart für die einzelnen Jahrgangsstufen an:

Klasse 9 u. 12: 28. September / Klasse 7,8,10 u. 11: 5. Oktober

Klasse 1,2,3,4,5 u. 6: 12. Oktober / Kindergarten: 19. Oktober

In den letzten Wochen haben wir unsere Lehrer weiterhin fit gemacht, damit sie gut mit der Online-Situation umgehen können.”


Die Mitarbeiter im Internat wurden zu besonderen Corona-Regeln angehalten. Das Internatsgebäude wurde erneut desinfiziert.

Nanor Kelekian-Akbasahrian schrieb uns auch wie der Übergang von den Haushalten aus denen die Kinder kommen ins Internat verlaufen wird:

„Die Eltern der Internatskinder sind informiert wann ihr Kind nach Anjar zurückkehren wird. Am selben Tag noch soll sich das Kind einem PCR-Test unterziehen. Nach dem Test werde ich die Kinder direkt aus dem Test-Labor abholen. Daraufhin fahren wir nach Anjar. In unserem großen Bus, den wir haben, kann das mit den nötigen Abständen geschehen. Nachdem wir in Anjar angekommen sind, werden wir sie jeweils in einem separaten Raum isolieren und auf die Ergebnisse warten. Das kann zwischen 6 und 8 Stunden dauern. Nachdem wir das Ergebnis erhalten haben, können die Kinder, falls sie negativ getestet worden sind alle an einem Ort bleiben. Falls das Testergebnis positiv sein sollte, muss das Kind wieder zurück zu den Eltern.“

Gesungen klingt der aaronitische Segen fast noch schöner. Mittlerweile ist “The Blessing” zu einer weltweiten Bewegung geworden. In allen möglichen Sprachen kann man Videos dazu auf Youtube sehen. Hierzu sind in letzter Zeit zwei interessante Projekte entstanden. Einmal der „Greater Middle East Blessing“ und „The Blessing – Armenian“.

Bei the “Greater Middle East Blessing” handelt es sich um das Vaterunser und den aaronitisch Segen und bei “The Blessing – Armenian” wird nur der aaronitischen Segen gesungen.

Das Projekt „Greater Middle East Blessing“ lässt 90 Menschen mit 11 verschiedenen ethnischen Hintergründen, in 8 Sprachen und aus 11 verschiedenen Nationen zusammenkommen.

„Unser Glaube und unsere Hoffnung in Jesus Christus ist was uns zusammenbringt. Es ist unser Gebet, dass unsere Einheit und Liebe ein Segen sind für unsere Region und für die ganze Welt“, heißt es zum Projekt.

Zum 29.Jahrestag der Unabhängigkeit Armeniens erschien das Projekt „The Blessing –Armenian“. Es ist den Opfern der Detonation in Beiruts Hafen, den COVID-19 Erkranken und der armenischen Gemeinschaft weltweit gewidmet.

Ach übrigens: Im Video zu „The Blessing – Armenian“ wirken ein paar Bekannte des Hilfsbundes mit.

Hier geht es zu den Videos. „Greater Middle East Blessing“ und „The Blessing –Armenian“.

 

 

 

Ob und wann der Unterricht im Libanon wieder regulär weitergehen wird, ist noch unklar. Bedingt durch Corona wurden die Schulen im ganzen Land geschlossen und es wurde auf Online-Lernangebote umgestellt. Ohne diese Online-Lernangebote wird es in Zukunft nicht mehr gehen. Darauf müssen die Lehrer vorbereitet werden, um den Schülern auch ohne direkten Kontakt in einer Klassensituation den Stoff gut vermitteln zu können. Gerade finden in diesen Tagen Weiterbildungen für Lehrer statt. Im Speziellen geht es um: Google Classroom und andere Anwendungen.

Die meisten der Internatskinder, die auch in Anjar zu Schule gehen stammen ursprünglich aus Beirut. Wegen Corona konnten sie in den letzten Wochen nicht im Internat bleiben, sondern mussten zu ihren Familien nach Beirut zurück.

“Viele der Kinder, die die Explosion in Beiruts Hafen mitbekommen haben sind traumatisiert. Deshalb wird es auch zu den ganzen Weiterbildungen wegen Online-Lernangeboten auch ein spezielles Angebot für die Lehrer geben, um den traumatisierten Kindern richtig zu begegnen.”, schrieb uns der Direktor der Schule in Anjar Hagob Akbasahrian