Unsere armenischen Partnerorganisationen DIACONIA Charitable Fund sowie Baresahvigh kennen im Moment nur ein Thema: Die Versorgung der Geflüchteten aus Bergkarabach. Über 100.000 Armenier und Armenierinnen sind in den letzten Tagen aus Bergkarabach in die Republik Armenien geflüchtet. Viele haben Familie in Armenien, wo sie unterkommen – andere finden eine Bleibe in christlichen Gemeinden oder in Unterkünften, die der Staat zur Verfügung stellt.

Die Sorge, dass Aserbaidschan auch die Republik Armenien angreifen wird, ist groß. Der Leiter unserer Partnerorganisation DIACONIA Charitable Fund Baru Jambazian, schreibt in einem Artikel in der Chrismon das Folgende:

„Geopolitisch spielt Bergkarabach für die Energielieferanten Aserbaidschan und die Türkei eine wichtige Rolle. Die Enklave ist wegen ihrer zentralen Lage bedeutend für die Wirtschaftsstraßen in der gesamten Region … Unsere Armee ist seit Herbst 2020 stark geschwächt. Gegen die aserbaidschanischen Streitkräfte hat unser kleines Land keine wirkliche Chance, auch wenn die Menschen mutig und tapfer sind.“

Das ganze Interview können Sie HIER lesen …

Und wenn Sie Satire mögen, schauen Sie sich doch den kurzen Beitrag zur Situation im Südkaukasus von Martin Sonneborn, dem fraktionslosen Abgeordneten im europäischen Parlament, an. Den Beitrag dazu finden Sie HIER. Wir sind mit unseren Partnern in Eriwan im regelmäßigen Kontakt. Informationen über die aktuelle Hilfeleistung der Geflüchteten finden Sie auf unsere Webseite. Dazu gerne HIER klicken.

Wir freuen uns über Ihre Anteilnahme und weitere Unterstützung der Geflüchteten aus Bergkarabach.

 

Gestern erreichte uns eine Schreckensnachricht aus dem Nordirak. Bei den Feierlichkeiten einer Hochzeit kam es zu einem Brand. Die Katastrophe ereignete sich in der Stadt Qaraqosh, die in der Ninive-Ebene liegt. Es ist eine christliche Stadt in der etwa 5000 orientalisch-christliche Familien leben.

1000 Gäste waren zu den Hochzeitsfeierlichkeiten geladen. Der Brand konnte über mehrere Stunden nicht gelöscht werden. Brandursache war ein Feuerwerk, das in der Festhalle gezündet wurde. Die Festhalle war mit leicht entflammbarem Material ausgestattet. Das Feuer griff schnell um sich.

Details können Sie aus deutschsprachigen Medien entnehmen, wie den Tagesthemen oder der TAZ. In einem Video der BCC ist die Brandursache dokumentiert. Dazu HIER klicken.

Nach Angaben unserer Partner kamen bei dem Unglück bis zu 120 Menschen ums Leben, 250 wurden verletzt und sind in Krankenhäuser der Umgebung gebracht worden – nach Mosul, Erbil und Dohuk.

Unter den Opfern sind viele Frauen und Kinder.

Matthias Schüttler, unser Projektleiter für den Nordirak, sagte zu dem Unglück folgendes:

„Qaraqosh war nach dem Einmarsch durch den IS komplett entvölkert und in großen Teilen zerstört. Es wurde unter größter Mühe wieder aufgebaut und die Menschen haben die Stadt wieder mit Leben gefüllt. Es ist eine Tragödie, dass so vielen Familien nach all dem Leid nochmals ein solch schreckliches Schicksal ereilt. Wir haben in Qaraqosh verschiedenste Projekte finanziell unterstützt z.B. mehrere Kleiderläden, einen Mobilfunkladen oder  2022 ein Gewächshaus im Kloster Mar Johanna.“

Für die Christen vor Ort ist es ein gewaltiger Schock, wie wir von unseren Partnern aus dem Nordirak hören. Unsere Anteilnahme gilt den Hinterbliebenen der Opfer. Wir beten für Trost und Heilung in diesen schweren Stunden.🙏

 


Unsere Partnerorganisation CAPNI im Nordirak wird Opfern und Angehörigen der Katastrophe finanzielle Hilfe für medizinische Behandlungen im Mindestumfang von 30.000 Euro zur Verfügung stellen.

Wenn Sie möchten, können Sie dafür über uns spenden.

Verwendungszweck: Opfer Irak

Christlicher Hilfsbund im Orient e.V.

IBAN: DE50 5206 0410 0004 1211 20
BIC: GENODEF1EK1 Ev. Bank Frankfurt

Der Präsident der armenisch-evangelischen Kirchenunion in Syrien Pfarrer Harout Seliminan ist unser direkter Ansprechpartner in Aleppo. Er schrieb uns zur aktuellen Situation folgendes:

„Das Erdbeben mit einer Stärke von 7, 8 dauerte 90 Sekunden lang. Es gab immer wieder unzählige Nachfolgebeben. Tausende sind gestorben oder schwer verletzt. Allein in Aleppo sind mehr als 160 Gebäude durch das Beben betroffen. Aus unserer Kirchgemeinde haben wir zwei Tote zu beklagen. Eine Mutter und ihr Sohn waren unter den Erdbeben Opfern. Das Schlimme ist, dass das Erdbeben die Teile von Syrien traf, die noch unter den Kriegsfolgen, wie eine kaum vorhandenen Infrastruktur sowie einem Wirtschaftsembargo leiden.“

Aus der Presse war zu vernehmen, dass es in Syrien mittlerweile mehr als 3.500 Tote durch das Erdbeben gibt.

Um den Menschen Soforthilfe zu leisten, aber auch um strategisch zu helfen hat Pfarrer Harout Selimian uns folgende Schritte mitgeteilt, die jetzt nacheinander eingesetzt werden sollen:

A- Unmittelbare Krisen Intervention 

Auf dem Kirchengelände haben viele Gemeindemitglieder direkt nach dem Erbeben Schutz gefunden. Es sind auch Menschen aus der unmittelbaren Nachbarschaft zu uns gekommen, die nicht zu unserer Gemeinde gehören und auch keine Christen sind. Natürlich wird allen geholfen. Es ist unsere Verantwortung sie zu schützen und ihnen eine Grundversorgung, wie Nahrungsmittel, Getränke, Strom sowie geheizte Räume, Hygiene Artikel und Kleidung zur Verfügung zu stellen.

B- Die Reparatur von Institutionen wie Kirchgemeinden, Schulen, Medizinischen Zentren

Nicht nur Wohnhäuser, sondern auch Institutionen wie Kirchen, Schulen, Medizinische Einrichtungen in Aleppo und Kessab sowie das Zentrum der Armenisch-Evangelischen Kirchenunion (Aleppo) wurden durch das Erdbeben erschüttert. Um den Schaden zu beheben, der an den Strukturen der Gebäude entstanden ist, müssen folgenden Dinge in nächster Zeit geschehen:

  • Eine Evaluation der Schäden und die Sicherung der beschädigten Strukturen.
  • Die Erstellung eines Budget, um dringende Reparaturen und Sicherung an Gebäuden zu garantieren.

C- Reparatur von Privathäusern und Einkaufsläden

In folgenden Schritten werden die Reparaturen an den Gebäuden, die unmittelbar betroffen sind vorgenommen:

  • Die Menschen sollen auf uns zukommen und uns darüber informieren wie stark ihre Wohnhäuser und Geschäfte zerstört sind. Dazu sollten sie Bilder über das Ausmaß der Schäden bringen.
  • Durch die vorgebrachten Schadensmeldungen wollen wir dann auch sehen, wo die Prioritäten in der Schadensbehebung liegen.
  • Es wird eine Evaluation und Einschätzung der Schäden und Sicherheitsrisken von Wohnhäusern und Geschäfte durch eine Geometrie-Gruppe (Statiker) geben.
  • Daraufhin wird es eine Einschätzung geben, welches Material für weitere Reparaturen von Wohnhäusern und Geschäften benötigt wird. Die Einschätzung basiert auch auf der Analyse der Geometrie-Gruppe (Statiker).

D – Einmaliger finanzielle Unterstützung für Familien

Voraussichtlich werden viele Menschen aus unserer Gemeinschaft, wenn nicht fast alle in den kommenden Woche keine Einkünfte durch ihre Arbeit erzielen. Deshalb möchten wir Familien eine einmalige finanzielle Zuwendung geben, um ihre Bedürfnisse zu lindern.

Durch die oben erwähnten Initiativen hoffen wir, dass wir der maximalen Anzahl der betroffenen Familien helfen können, um ihnen ein stückweit die Angst vor der Zukunft nehmen zu können.

Zu einem späteren Zeitpunkt wird es nötig sein Trauma Therapie und andere Formen des geistlichen Beistandes sowie soziale und psychologische Angebote und Initiativen zu geben.


Spenden für diesen Zweck sind möglich über das Konto:

Christlicher Hilfsbund
DE50 5206 0410 0004 1211 20
Spendenzweck: Nothilfe Syrien