Hier die ewige Flamme in der Mitte des Genozid-Denkmales in Eriwan, Armenien

Heute, am 24.April gedenken weltweit Armenier des Genozids, der sich vor 105 Jahren im damaligen Osmanischen-Reich ereignete. Schätzungsweise 1,5 Millionen Armenier mussten ihr Leben lassen – auf den Todesmärschen in die Mesopotamische Wüste.

Bis heute erkennt die Türkei den Völkermord an den ca. 1,5 Millionen Armeniern nicht an. Einige Regierungen im Westen, so auch Deutschland und die USA, sprechen von einem Völkermord.

Seit nun mehr 125 Jahre, ist der Hilfsbund an der Seite der Armenier in Syrien, dem Libanon und der Republik Armenien.

Gemeinsam mit unseren Partnern im Libanon, Syrien und Armenien denken wir an die Opfer des Völkermordes und deren Angehörige.

Armenisch-Evangelische-Kirche in Anjar

Diese Woche erklärte die libanesische Regierung eine nationale Gesundheits-Notlage. Soweit als möglich soll für zwei Wochen das öffentliche Leben zum Erliegen kommen. Auch hier gilt: Es geht darum, dass die Ausbreitung des Coronavirus (COVID-19) eingedämmt werden soll. Der libanesische Flughafen sowie Hafenzugänge wurden geschlossen. Außer Diplomaten kann niemand mehr reisen. Eine Ausgangssperre wurde nicht verhängt. Doch wurden die Bürger angehalten zu Hause zu bleiben und sich nicht in Gruppen draußen oder zu Hause zu treffen.

Es gab vereinzelt Polizeipatrouillen, die Gruppen an der Corniche (Strandpromenade von Beirut) auflösten. Größere Stadtparks wurden geschlossen. Zivil-Aktivisten forderten von Politikern, dass sie einen Teil ihrer Diäten in Notfalltöpfe für Corona-Erkankte spenden sollen. Einige der Politiker gingen der Forderung nach.

Bis Ende März wird ein Großteil der Banken im Libanon geschlossen bleiben. Die Bankfilialen sollen desinfiziert werden. Schon seit Tagen tragen Bankangestellte Handschuhe im täglichen Umgang mit Geld und der Kundschaft.

Krankenhäuser und Supermärkte sind noch geöffnet – Kindergärten, Schulen und Universitäten wurden geschlossen.

So bleiben das Internat und auch die Schule in Anjar bis auf Weiters geschlossen. Das Kultusministerium im Libanon hatte dies landesweit für alle Bildungseinrichtungen angeordnet.

“Wir machen uns große Sorgen, um unsere Internatskinder. Jetzt sind sie wieder bei ihren Familien. Wir wissen aber nicht, ob sie sich an die Hygienebestimmungen, wie regelmäßiges Händewaschen etc. halten. Das liegt nicht in unserer Hand. Hygieneinformationsmaterial haben wir ihnen mit nachhause gegeben. Natürlich hoffen wir, dass sie damit beschäftigen und die Anweisungen auch ernst nehmen.” , schrieb uns die Tage Nanor Kelenjian-Akbasharian, die Internatsleiterin in Anjar.

Nicht, dass die Corona-Krise schon genug wäre. Leider gab es einen heftigen Sturm an den Küstenregionen und den höher gelegenen Regionen des Libanons.

“Wir hatten Schäden auf dem Schulgelände. Leider wurde auch unsere Solaranlage und die Tür zum Kirchenbüro beschädigt sowie ein paar Stromleitungen. Doch wir haben die gröbsten Schäden bereits beseitigen können. Wir glauben, dass auch in diesen schwierigen Zeiten Gott bei uns ist. Wir glauben an seine Bewahrung in alle dem.”, teilte uns Pfarrer Hagob Akbasahrian mit.

Gerade in dieser herausfordernden Zeit ist es wichtig, dass wir einander im Blick haben und für einander Beten. In der letzten Woche erreichte uns eine Nachricht, dass unsere Freunde aus Anjar und Beirut gerade auch für Deutschland in diesen ungewöhnlichen und herausfordernden Zeiten beten. Dies zu hören hat uns im Hilfsbund-Büro in Bad Homburg sehr freut :).

 


 

 

 

 

 

 

 

 

Die Regierung des Libanon hat angekündigt, fällige Anleihen in Höhe von 1,2 Milliarden nicht zurückzuzahlen. Nach Jahrzehnten von Missmanagement und Korruption ist die Lage seit vergangenem Oktober eskaliert. Das Land steht unmittelbar vor dem Kollaps.

Auf diesem Hintergrund hat sich Rev. Mgrditch Karagoezian, Präsident der Armenisch-Evang. Kirchenunion im Nahen Osten, mit einem Hilferuf an den Hilfsbund und andere internationale Partner gewendet.

Die Arbeit der Kirche ist durch die wirtschaftliche Situation stark betroffen. Immer mehr Betriebe im Land schließen, die Arbeitslosigkeit geht auf 40% zu, Gehälter werden gekürzt. Gleichzeitig schnellen die Lebenshaltungskosten in die Höhe, die libanesische Währung verliert massiv an Wert und Banken zahlen kaum noch Geld aus.

Die Familien müssen ums  Überleben kämpfen – Geld für anderes bleibt kaum. Deshalb sind nicht nur die Einnahmen in den lokalen Gemeinden eingebrochen; die Arbeit der Sozialkomitees der Kirche, die sich um syrische Flüchtlinge und verarmte libanesische Familien kümmern, kann kaum noch aufrechterhalten werden. Betroffen sind auch die verschiedenen Einrichtungen der Kirche, die EC-Jugendarbeit, Freizeitlager …  Am stärksten trifft es die armenisch-evang. Schulen – sie hatten schon vor der Krise finanzielle Probleme. Jetzt kann sich kaum noch eine Familie die Schulgebühren leisten. Somit können die Lehrergehälter nicht mehr bezahlt werden. Die segensreiche Bildungsarbeit der Kirche, die Generationen von Schülern geprägt hat, ist existentiell bedroht.

Aufgrund dieses Hilferufes haben wir vom Hilfsbund unserer Partnerkirche erneut unsere Rückendeckung, unsere Gebete und unsere Unterstützung zugesagt!

Finanziell unterstützen wollen wir in den kommenden Monaten konkret: 1 Schule, 1 Stelle eines jungen Pastors, 1 Sommerlager für Kinder – sowie das armenische-evang. Internat in Anjar, dem wir schon lange verbunden sind.

Für alle finanzielle Hilfe dabei mit dem Stichwort „Libanon“ sind wir dankbar! (Christl. Hilfsbund i.O. e.V. IBAN DE50 5206 0410 0004 1211 20). 

Rev. Karagoezian schließt sein Schreiben an uns mit dem Worten: „Wir gehen im Libanon durch Tage großer Unsicherheit und Entmutigung. Wo man auch hinsieht: Die Sorge ist den Menschen ins Gesicht geschrieben. Die um sich greifende Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung erinnert uns an die Dringlichkeit unseres Dienstes als Kirche in der Welt. Unsere Hoffnung ist das unerschütterliche Fundament, das wir haben: Jesus Christus. Angesichts des schwierigen Weges, der vor uns liegt, wollen wir unsere Augen auf ihn gerichtet halten, und angesichts der wachsenden Schwierigkeiten unseren Einsatz verdoppeln, genau hier an diesem Ort und zu dieser Zeit seine Zeugen zu sein!“

(frei übersetzt und gekürzt: Andreas Baumann)

Anfang Februar reisten Geschäftsführer Andreas Baumann und Projektleiter Lukas Reineck nach Beirut. Sie trafen sich mit Vertretern der Armenisch-Evangelischen Kirche im Libanon. Ein Besuch an der  NEST – (Near East School of Theologie) einer theologische Ausbildungsstätte in Beirut – stand auch auf dem Programm. Verschiedene protestantische Kirchen aus Syrien, dem Libanon, Armenien aber auch Afrika schicken dort ihren theologischen Nachwuchs zur Ausbildung.

Es kam u.a. zu einem Treffen mit Pfarrer Dr. Paul Haidostian, dem Präsidenten der Armenischen Universität Haigazian in Beirut. Im Büro der Kirchen UNION der Armenisch-Evangelischen Kirche trafen sich die Hilfsbundvertreter mit Pfarrer Karagoezian, dem Präsidenten der Armenisch-Evangelischen Kirchen UNION im Libanon. Dabei war auch Pfarrer Raffi Messerlian. Er leitet die Nor Marash Gemeinde in Burj Hammoud, dem armenisches Viertel in Beirut.

Hintergrund der Gespräche war die finanziell unsichere Situation der Armenisch-Evangelischen Schulen. Gerade ist im Libanon Revolution. Der Staat ist so gut wie bankrott. Einige Banken im Libanon geben nur noch bis zu 50$ pro Woche an Privatpersonen aus. Die Armenisch-Evangelischen Schulen trifft die momentan Situation heftig. Vor zwei Jahren hatte der libanesische Staat die Lehrergehälter an Schulen im ganzen Land erhöht. Christliche Schulen sind im Libanon Privatschulen. Für sie ist es fast unmöglich die vom Staat geforderten Lehrergehälter zu zahlen.

Umso ermutigender war es zu sehen, wie Pfarrer Hagob Akbasahrian mit verschiedenen Projekten und Fundraising versucht die Armenisch-Evangelische Schule in Anjar finanziell zu stärken und gleichzeitig auch fit für die Zukunft zu machen.

Auch in diesem Jahr wird der Hilfsbund wieder sein Möglichstes tun, um dem Armenisch-Evangelischen Internat und der daran angeschlossenen Schule unter die Arme zu greifen.

 


Zur Notiz: Bedingt durch die Corona-Pandemie hat der libanesische Staat nun veranlasst alle Schulen im Lande bis zum 8.März zu schließen.

 

Ein Winter im Libanon kann kalt und unangenehm sein. Das armenisch-evangelische Internat Anjar liegt in der Bekaa-Ebene – 900m über dem Meeresspiegel.

Im Winter heißt es dort: „Leise rieselt der Schnee …“ Anders als in Beirut kann es hier weiße Weihnachten geben. Für die Kinder des Internats ist es dann ganz schön – kalt. Zwar können Schneemänner gebaut und Schneeballschlachten ausgetragen werden, doch es muss auch geheizt werden. Wir wollen, dass es die Kinder im Internat warm haben. Helfen Sie uns dabei?

Wir unterstützen unsere Partner des armenisch-evangelischen Internats im Libanon bei dieser Weihnachtsaktion. Wer also helfen will und eine deutsche Spendenbescheinigung braucht, kann dafür überweisen an:

Christl. Hilfsbund i.O. e.V.
IBAN: DE50 5206 0410 0004 1211 20
Stichwort “Weihnachtsaktion Anjar”

Jeder Beitrag ist willkommen. Seien Sie also Teil dieses wichtigen Weihnachtsprojekts.

Seit fast zwei Monaten wird im Libanon protestiert. Die UNION der armenisch-evangelischen Kirche im Libanon ist besorgt. So schrieben sie uns vor ein paar Tagen folgendes:

“Die Situation in unserem Land verschlechtert sich von Stunde zu Stunde. Die Anspannung der Menschen ist überall im Land zu spüren. Die Menschen fürchten sich vor der ungewissen Zukunft des Libanons.” 

Vor ein paar Tagen traf sich die Jugend von “Entschieden für Christus im Libanon” um gemeinsam zu beten. Ihre Gedanken und ihre Gefühle haben sie niedergeschrieben. Diese richten sich an die libanesischen Politiker, die Menschen auf den Straßen und an Gott. Als Gebete formuliert wurden diese in einem Gottesdienst vorgetragen.

 


Lesen Sie hier ein paar Auszüge der niedergeschriebenen Gedanken:

An die Politiker:

“Möge Gott Euch vergeben.”

“Was auch immer ihr heute besitzt wird morgen vielleicht nicht mehr da sein. Denkt darüber nach!”

“Seid fair und gerecht. Hört auf die Menschen. Gebt zu, wenn ihr Fehler macht.”

“Möge Gott Euch seinen Geist, Weisheit und Gerechtigkeit schenken”

 

An die protestierenden Menschen:

“Bleibt stark. Bleibt vereint.”

“Vertraut darauf, dass Gott mit Euch ist.”

“Vertraut auf Jesus und er wird helfen, dass ihr Eure guten Ziele erreicht”

“Bleibt vereint. Veränderung wird kommen”

 

An Gott:

“Hab Gnade mit den Menschen und mit den Politikern.”

“Bewahre die Menschen im Libanon.”

“Herr du bist unser Fels. Möge Dein Frieden herrschen.”

“Ich gebe Dir meine Zukunft und was auch immer passieren wird. Dein Wille geschehe!”

 

Beten Sie mit den Menschen im Libanon. Sie gehen durch keine einfache Zeit. Sie brauchen unsere geistliche Unterstützung.

Im Libanon rumort es gewaltig. Das Land, das halb so groß ist wie Hessen, erlebt eine Revolution. Der Nachbarstaat von Syrien und Israel ist seit mehr als 20 Tagen wie gelähmt. Das Fass zum Überlaufen brachte ein Vorschlag der Regierung, die Nutzung von WhatsApp zu besteuern.” 

Projektbegleiter Lukas Reineck war Ende Oktober im Libanon. In diesem Artikel schreibt er über seine Eindrücke aus Beirut und aus der Bekaa-Ebene. Noch ist nicht klar, wie die Revolution ausgehen wird. Doch lesen Sie selbst!

https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/gesellschaft/2019/11/08/eine-revolution-sieht-anders-aus/

Der Libanon geht momentan durch eine Phase der Unruhe. In den letzten Tagen protestierten viele Menschen auf den Straßen des Landes. Die Menschen haben die Regierung satt. Misswirtschaft und Korruption lähmen das Land. Der öffentliche Nahverkehr funktioniert nicht. Horrende Steuern machen den Libanesen das Leben schwer. Straßen wurden sogar blockiert und die Zufahrt zum Flughafen nach Beirut erschwert. Wie sich die Situation entwickeln wird, kann niemand genau sagen. Wir hoffen, dass sich die Lage beruhigt und gute politische Reformen auf den Weg gebracht werden, denn diese braucht es allemal.

Bitte beten sie mit uns für friedliche Proteste und für weise Entscheidungen der Regierung, sodass der Libanon nicht im Chaos versinkt.

Die beiden unten stehen Artikel beschreiben gut die gegenwärtige Situation.

https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/warum-sich-im-libanon-der-volkszorn-bahn-bricht-16442669.html

https://www.spiegel.de/politik/ausland/libanon-regierung-kuendigt-nach-massenprotesten-reformen-an-a-1292612.html

 

Seit letzter Woche hat in Anjar im Libanon das neue Schuljahr gestartet. Nun sind auch alle Internatskinder zurück nach Anjar gekommen. Zu Beginn des neuen Schuljahres wurde eine Willkommens-Party für alle neuen und “alten” Internatsschüler geschmissen. Das Besondere war: Es gab Burger und Donats für Alle.

Auch wir vom Hilfsbund freuen uns über so einen gelungenen Abend. Wir wünschen den Kinder, aber natürlich auch den Erziehern und Lehrern einen gesegneten Start ins neue Schuljahr.

 

 

 

Gestern, am 1.September 2019 wurde in Anjar, einem armenischen Dorf im Libanon, der neue Glockenturm eingeweiht – eine öffentliche Uhr für das Dorf. Der Glockenturm trägt den Namen – “Wunder der Zeit”. Es war ein feierlicher Anlass für die Dorfgemeinschaft. Die Festlichkeiten wurden von der armenisch-evangelischen Kirche Anjars, lokalen Politikern, der armenisch-evangelischen Kirchenunion und dem Komitee des 80.Jubiläums zur Gründung Anjars organisiert. Der neue Glockenturm ist dem Design des ursprünglichen Glockenturmes nachempfunden. Dieser war über viele Jahre verfallen und nicht in Betrieb.

Missionsschwestern des Hilfsbundes haben den Bau des Glockenturms vor Jahrzehnten veranlasst.