Die Regierung des Libanon hat angekündigt, fällige Anleihen in Höhe von 1,2 Milliarden nicht zurückzuzahlen. Nach Jahrzehnten von Missmanagement und Korruption ist die Lage seit vergangenem Oktober eskaliert. Das Land steht unmittelbar vor dem Kollaps.

Auf diesem Hintergrund hat sich Rev. Mgrditch Karagoezian, Präsident der Armenisch-Evang. Kirchenunion im Nahen Osten, mit einem Hilferuf an den Hilfsbund und andere internationale Partner gewendet.

Die Arbeit der Kirche ist durch die wirtschaftliche Situation stark betroffen. Immer mehr Betriebe im Land schließen, die Arbeitslosigkeit geht auf 40% zu, Gehälter werden gekürzt. Gleichzeitig schnellen die Lebenshaltungskosten in die Höhe, die libanesische Währung verliert massiv an Wert und Banken zahlen kaum noch Geld aus.

Die Familien müssen ums  Überleben kämpfen – Geld für anderes bleibt kaum. Deshalb sind nicht nur die Einnahmen in den lokalen Gemeinden eingebrochen; die Arbeit der Sozialkomitees der Kirche, die sich um syrische Flüchtlinge und verarmte libanesische Familien kümmern, kann kaum noch aufrechterhalten werden. Betroffen sind auch die verschiedenen Einrichtungen der Kirche, die EC-Jugendarbeit, Freizeitlager …  Am stärksten trifft es die armenisch-evang. Schulen – sie hatten schon vor der Krise finanzielle Probleme. Jetzt kann sich kaum noch eine Familie die Schulgebühren leisten. Somit können die Lehrergehälter nicht mehr bezahlt werden. Die segensreiche Bildungsarbeit der Kirche, die Generationen von Schülern geprägt hat, ist existentiell bedroht.

Aufgrund dieses Hilferufes haben wir vom Hilfsbund unserer Partnerkirche erneut unsere Rückendeckung, unsere Gebete und unsere Unterstützung zugesagt!

Finanziell unterstützen wollen wir in den kommenden Monaten konkret: 1 Schule, 1 Stelle eines jungen Pastors, 1 Sommerlager für Kinder – sowie das armenische-evang. Internat in Anjar, dem wir schon lange verbunden sind.

Für alle finanzielle Hilfe dabei mit dem Stichwort „Libanon“ sind wir dankbar! (Christl. Hilfsbund i.O. e.V. IBAN DE50 5206 0410 0004 1211 20). 

Rev. Karagoezian schließt sein Schreiben an uns mit dem Worten: „Wir gehen im Libanon durch Tage großer Unsicherheit und Entmutigung. Wo man auch hinsieht: Die Sorge ist den Menschen ins Gesicht geschrieben. Die um sich greifende Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung erinnert uns an die Dringlichkeit unseres Dienstes als Kirche in der Welt. Unsere Hoffnung ist das unerschütterliche Fundament, das wir haben: Jesus Christus. Angesichts des schwierigen Weges, der vor uns liegt, wollen wir unsere Augen auf ihn gerichtet halten, und angesichts der wachsenden Schwierigkeiten unseren Einsatz verdoppeln, genau hier an diesem Ort und zu dieser Zeit seine Zeugen zu sein!“

(frei übersetzt und gekürzt: Andreas Baumann)