Aus dem Libanon hört man schon länger keine guten Nachrichten mehr. Die Wirtschaft- und Politkrise scheint unlösbar zu sein. Zu festgefahren sind die Politiker in ihren Standpunkten, als das sich etwas bewegen würde. Und die Energiekrise lässt die Bewohner des Libanons, im wahrsten Sinne des Wortes, im Dunkeln sitzen. Im Durchschnitt haben Libanesen momentan nur 2 bis 3 Stunden Elektrizität am Tag.

Diese Woche gab es einen Vorstoß des libanesischen Präsidenten Michel Aoun, der hoffen lässt. Laut Vatikannews berief er eine Krisensitzung zum Schulnotstand ein. So sollen nichtstaatliche Schulen zukünftig Zugang zu finanziellen Mitteln bekommen, die der Libanon von ausländischen Geldgebern bekommt. Schulgebühren, Schulbücher und auch Lehrergehälter sollen damit bezahlt werden.

Christliche Schulen sind im Libanon Privatschulen und somit nichtstaatliche Schulen. So auch die armenisch-evangelische Schule in Anjar zu welcher auch das armenisch-evangelische Internat gehört. Beide Einrichtungen werden vom Hilfsbund unterstützt.

“Schulbücher und auch Schuluniformen sind extrem teuer geworden. Im Libanon haben private Schulen auch eigenes Lehrmaterial. Es ist zum verzweifeln. Ein Schulbuch in einer Privatschule kostet mittlerweile mehr als die Hälfte eines libanesischen Monatsgehaltes eines Geringverdieners. Ein T-Shirt und eine Hose, die zur Schuluniform gehören, sind für viele Eltern unbezahlbar geworden. Wir müssen kreative Wege finden, wie wir damit umgehen. Teilweise tauschen die Schüler untereinander die Schulbücher und die Schulleitung überlegt, ob nicht einfache, ordentliche Kleidung für den Unterrichtsbesuch ausreicht.”, schrieb und Pfarrer und Schulleiter Hagob Akbasharian aus Anjar.


In der Slideshow sehen Sie diesjährigen Abschlussfeier der armenisch-evangelischen Schule aus Anjar.


Ob Präsident Aoun sein Versprechen hält, bleibt abzuwarten. Pfarrer Hagob Akbasharian ist kritisch. Er meint, dass es ein leeres Versprechen ist, was Präsident Aoun von sich gibt.

“Die Regierung verbreitet eine falsche Hoffnung. Vermutlich wird auch Geld von ausländischen Geldgebern in den Libanon kommen, aber es werden nur regierungsnahe Schulen davon profitieren. Unsere Schule wird definitiv keine Hilfe von der Regierung sehen. Da bin ich mir sicher. Das ist leider die Wahrheit im Libanon.” , so Pfarrer Akbasharian über die angekündigte staatliche Hilfe für Privatschulen.  

Uns geht die Situation der Menschen im Libanon sehr zu Herzen. Wir möchten die Mitarbeiter der armenisch-evangelischen Schule und des Internats über unsere bisherige reguläre Hilfe hinaus unterstützen. Dazu haben wir ein Sonderprojekt gestartet. In unserer neuen Impulse berichten wir darüber. Diese können Sie kostenlos HIER bestellen.

Bei weiteren Fragen können Sie sich auch telefonisch bei uns melden. Unsere Bürodurchwahl finden Sie auf unserer Homepage. Dazu HIER klicken.